KI für die KFZ-Branche
Wenn du dich für unseren Prozess und dafür interessierst, wie wir dieses konkrete Produkt gebaut haben, ist dieser Beitrag deine Zeit wert.
Mitte 2025 wurden wir von Vladislav Smolyanoy (heute CEO von The Vienna AI Company) kontaktiert. Er hatte damals bereits seine erste Vision von LISA, einem Voice-Agenten für Autohäuser, Stakeholdern im Markt gezeigt. Kurz danach hat er uns die erweiterte Idee, eine umfassende KI-Tool-Suite für Autohäuser zu bauen, vorgestellt. Zudem erzählte er uns auch, wer schon an Bord war und wohin sich das Ganze entwickeln könnte. Nachdem er unsere Arbeit an 0cred, gesehen hatte, wollte Vlad mit uns seine Vision in die Realität umsetzen. Wir haben direkt zugesagt und losgelegt.
Heute ist The Vienna AI Company das am schnellsten wachsende KI-Startup für die Auto-Branche in ganz Europa. Wir durften das Team auf dem Weg zu zwei Finanzierungsrunden begleiten.
Ein Produkt mit riesigem Umfang auf kleine Features runterbrechen
LISA war nie ein einfaches Produkt mit simpler Funktionalität. Von Tag eins an war es gedacht als eine komplette Suite an AI-Tools für Autohäuser: Chat, Transkription, Phone Agents, Automatisierung von Arbeitsabläufen im Autohaus, Integrationen und mehr. Die Scope hat sich ständig vergrößert, deshalb mussten wir alles in kleine, leicht umsetzbare Blöcke aufteilen.
Wir haben als kleines Kern-Team extrem eng zusammengearbeitet, wöchentlich neue Features geliefert, wöchentlich getestet und in Echtzeit nachgeschärft. Umgesetzt wurde das Projekt zu einer vergleichsweise niedrigen Rate, aber dafür mit Equity-Deal, weil wir an den Erfolg des Projekts glaubten, langfristig unterstützen und vor Allem nicht die finanziell angespannte Ausgangslage des Startups schädigen wollten.
Wir sind durch viele Runden Design, Dashboard-UX und Core-Produktfunktionen gegangen. Manche Versionen waren zu abgespaced, manche zu technisch und manche einfach nicht passend für Autohaus-Inhaber. Also haben wir iteriert, bis Story, Interfaces und KI-Funktionalität wirklich zusammengepasst haben.
Autohaus triff KI
Unser Kunde wollte hinblicklich Design klar in eine Apple-Intelligence-artige Richtung und kam mit einem vordesignten Logo plus ersten Branding-Ideen zu uns. Ehrlicherweise waren wir davon von Anfang an nicht die größten Fans (wir dachten, dass es bei der überwiegend männlichen Autohaus-Zielgruppe nicht gut funktioniert und zudem optisch etwas unprofessionell wirkt), aber natürlich haben wir es wie gewünscht mal ausprobiert.

erste Branding-Richtung (bevor wir ins Projekt eingestiegen sind)

altes LISA-Logo (bevor wir ins Projekt eingestiegen sind)

neues LISA-Logo (nach unserem Einstieg)
LISA MVP: Liquid Glass und Apple-Intelligence-Look
Nachdem wir die Bedürfnisse und Präferenzen des Kunden herausgearbeitet hatten, starteten wir mit sehr einfachen Wireframes und bauten die erste "verglaste" Version von Dashboard und Landing Page, um diese Richtung im echten Produktkontext zu testen.

früher Wireframe des LISA-Dashboards

erstes Landingpage-Feedback
In den ersten Wochen eines Projekts arbeiten wir meist sehr eng mit unseren Kunden zusammen und sind fast schon im Dauer-Austausch, entweder asynchron in Figma oder direkt im Meeting. Dadurch bekommen wir schnell ein Gefühl für Produkt und Richtung in die's gehen soll. Das führt oft zu sehr vielen Kommentaren (wie im Bild oben sichtbar).
Live-Aufnahme: Bau der Marketing-Seite (Part 1)
Live-Aufnahme: Bau der Marketing-Seite (Part 2)
Dashboard-Redesign-Prozess

LISA Dashboard v1
Exkurs: Branding für The Vienna AI Company
Parallel dazu waren wir auch damit beauftragt, das Branding für die eigentlich Firma hinter LISA, The Vienna AI Company, zu entwickeln. Für das Logo haben wir viele Wiener Sehenswürdigkeiten in Erwägung gezogen (z.B. den Stephansdom, die Hofburg, ...), uns am Ende aber für die Wiener Staatsoper als zentrale Referenz entschieden und ein Logo und Wordmark kreirt, die zum restlichen Ökosystem passen.
The Vienna AI Company Logo Zeitraffer-Aufnahme

The Vienna AI Company Logo
Erster Rebrand: Pinkes Glas ist out, einfaches Blau ist in
Nach Tests der ersten Design-Richtung und Gesprächen mit dem Kunden sind wir auf einen Stil gewechselt, der dem österreichischen Autohaus-Markt und dessen Webauftritten ähnlicher ist und für ein traditionelleres Publikum leichter vertrauenswürdig ist.

Figma-Übersicht
An diesem Punkt war unsere Figma-Datei schon ein absolutes Ungetüm mit unzähligen Screens und Komponenten. (Die Datei sieht übrigens immer noch so aus und braucht ENDLICH mal ein Cleanup, sind leider noch nicht dazu gekommen, zu viel anderes, wichtigeres zu tun)

Landing v2
Die neue Richtung wirkt relativ langweilig, aber genau das war Absicht. Unsere Kunden sollten etwas bekommen (und wollten aktiv etwas), das vertraut ist. Mit klaren Call-To-Actions, Carousels und leicht verständlichen Illustrationen und ganz ohne visuelle Überladung.
Implementierung der neuen Marketing Page
"Shippen" im kleinen Team, mit kleinem Budget
Über den Großteil des Projekts bestand das Core-Team nur aus Philipp (einer unserer Founder), Semere (einer unserer Devs) und Vladislav (Gründer von The Vienna AI Company). Philipp und Semere haben parallel entwickelt und die Umsetzung koordiniert, während Vladislav Sales vorangetrieben und laufend Feature-Inputs von sich selbst, Investoren und ersten Kunden eingebracht hat. Wir haben Features auf die Timeline gesetzt, ständig Kontext gewechselt, sind aktiv gegen "Scope-Creep" (= Feature-Überladung) vorgegangen und haben trotz dem Druck immer konstant geliefert. Das alles zu niedrigeren Rates und dem vested Equity-Deal.
Wenn so ein Setup für dich spannend ist, melde dich gerne bei uns. Wir nehmen solche Projekte gelegentlich an, wenn wir die Vision sehen.

Semere und Phil arbeiten gemeinsam in einem Meeting am Produkt
Von Anfang an gab es echte Kunden, das hieß wir konnten konstant Kundenfeedback in das Produkt integrieren. Das hat das Projekt deutlich anspruchsvoller gemacht als das klassische Startup-Szenario, wo für eine zukünftige Nutzerbasis gebaut wird, weil wir parallel zu neuen Features auch Bugs, Fixes und schnelle Änderungsanfragen unserer Pilotkunden in Echtzeit abarbeiten mussten.
Finales Rebranding vor Launch: Die Version davor war am Ende doch zu langweilig
Die dritte und finale Richtung war wieder blau, aber cleaner. Vladislav (unser Kunde) brachte die Idee ein, LISA als Avatar in das Produkt zu integrieren, weil unsere Zielgruppe und Pilotkunden ganz klar "die KI (LISA) sehen" wollte. Wir kombinierten den Avatar mit dem blauen Rad-Logo, fügten blaue Orbs dem Branding hinzu und reduzierten den Glas-Look stark, um bei einer klareren, einzigartigen, simplen aber doch modernen Dashboard-Richtung zu landen.
Dieses Redesign sollte attraktiver für Investoren und jüngere Zielgruppen sein, nachdem wir gelernt hatten, dass Autohäuser ohnehin meist über andere Kanäle konvertieren. Gleichzeitig wirkte es moderner und cleaner, also genau das, was die Zielgruppe wollte und brauchte.
LISA Avatar
Der LISA-Avatar wurde zentral für unser Branding. Er gab dem Produkt und LISA ein klar erkennbares Gesicht, machte den KI-Aspekt verständlicher und half uns, modern zu bleiben, ohne die Bedienbarkeit für die Kernzielgruppe in den Autohäusern zu verschlechtern.
LISA Re-Redesign, die neue Hero-Sektion

finaler "Wireframe" zur Einführung der Orb-Hero-Animation im Call mit Vlad
Unsere neue Hero-Animation zeigt zentrale Tasks, die LISA automatisieren kann. Dadurch lassen sich die wichtigsten Kernfeatures auf einen Blick kommunizieren. Für solche storybasierten, animierten Hero-Sektionen sind wir bei adler.studio mittlerweile schon bekannt geworden. Wir haben das schon in vielen Projekten umgesetzt und können das auch für dich bauen.
LISA Re-Redesign Hero vertikal
LISA Re-Redesign Testimonials
LISA Re-Redesign Rest der Seite

modern trifft vertrauenswürdig und "menschlich" in der Newsletter Sektion
Dashboard Touch-Up
Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle visuellen Updates und die neue Farbgebung nur auf der Landing Page zu finden. Das Kernprodukt, inklusive KI-Web-Dashboard, Call-System und weiteren Core-Features und -Flows, lief aber noch auf dem älteren pinken Glass-UI. Diese Lücke musste geschlossen werden, also war der nächste Schritt, die tatsächliche Produkt-Experience an die neue Brand-Richtung anzupassen.
Dashboard Re-Redesign

neue Chat-Version, clean und in blau
Branding war aber nur ein Teil der Arbeit. Das Produkt war um einiges wichtiger und mehr Arbeit: viele gekoppelte Module, viele Edge-Cases und unterschiedliche User-Journeys, die zusammen funktionieren mussten. Das Hauptproblem: Das Produkt ist bis heute nicht ausgedacht und noch lange nicht in Stein gemeißelt, sondern entwickelt sich laufend weiter. Unser Team hat sowohl beim Planen als auch bei der tatsächlichen Umsetzung der Features unterstützt.
Ein gutes Beispiel dieser Komplexität ist der Automation Builder. Auf den ersten Blick erinnert er an n8n-artige Workflows, ist aber vollständig proprietär und deutlich stärker on-rails, um die Sicherheitsanforderungen autohausspezifischer Abläufe zu gewährleisten. Wir verwenden hier nicht einfach n8n.
der LISA Workflow Builder
Tech Stack
Disclaimer: Bei diesem Projekt können wir öffentlich nur einen begrenzten Teil des Stacks teilen. Auf die eingesetzte AI-Technologien können wir nicht im Detail eingehen.
Die Live-Produktdemo am Obereder Unternehmertag
Die Entwicklungsphase von LISA hatte eine sehr harte Deadline: Das Produkt musste im November live vor wichtigen Stakeholdern aus der Branche gezeigt werden, und das schon rund fünf Monate nach Projektstart. Bei KI-Produkten ist das immer etwas nervenaufreibend, weil Live-Demos, dadurch, dass KI nunmal doch relativ undeterministisch ist, relativ viel schiefgehen kann, wenn man Pech hat. Vor dem Demo Day haben wir an der UX nachgeschärft, die visuelle Hierarchie verbessert, die Core-Flows vorbereitet die Prozesse getestet, gesichert und verhärtet und die Demo erfolgreich durchgezogen. Seitdem geht es konstant nach oben.

LISA Launch und Live-Demo beim Obereder/Castrol Business Day 2025
Nach der Live-Produktdemo bis heute
Nach dem Demo-Day und über den Jahreswechsel hinweg sind wir weiter eng zusammengeblieben, haben das Team von The Vienna AI Company durch weitere Partner von unserer Seite unterstützt und immer noch das Core-Team gestellt. Daraus wurde eine laufende Produktpartnerschaft, bei der Philipp Parzer schrittweise aus der direkten Development-Rolle in eine unterstützende Rolle als fractional CTO / Head of Product gewechselt ist. Dort entscheidet er heute über Roadmap, Delivery und die zeitliche Priorisierung von Produktentscheidungen aus C-Suite, Investoren- und Kunden-Input.
Seitdem konnte auf Basis starker Umsetzung unseres Development- und Founding-Teams eine weitere Runde abgeschlossen werden.

von links nach rechts: Wolfgang Hummel (Autohausinhaber), Max Hummel (Autohausinhaber), Philipp Parzer (Co-Founder von adler.studio), Vladislav Smolyanoy (Founder von The Vienna AI Company) beim LISA-Rollout für Autohaus Hummel

